Was ist IPT?

IPT ist eine Abkürzung von "Insulin Potenzierte Therapie". Dies bedeutet, dass Insulin dazu verwendet wird, um die Wirkung von anderen Medikamenten zu erhöhen ("potenzieren": erhöhen, vervielfachen). Mancherorts wir diese Behandlungsart auch MSCT genannt: "Metabolic Supported Chemo Therapy" – "durch eine bestimmte Stoffwechsellage unterstützte Chemotherapie".

Diese Stoffwechsellage besteht aus Fasten und Insulin. Das Insulin wird dazu verwendet, um die Wirkung von chemotherapeutischen Substanzen zu erhöhen. Der Vorteil davon besteht zunächst vor allem darin, dass man wesentlich geringer dosieren kann und daher keine oder fast keine Nebenwirkungen entstehen. So bleibt der Allgemeinzustand oben, und zudem kann man deswegen auch in rascheren Abständen behandeln, so dass kleinere Tumore sich zwischen den Behandlungen nicht mehr erholen und zugrunde gehen können.

Alles weitere lesen Sie bitte im folgenden Text:

Wie wirkt die Insulin Potenzierte Therapie und wie wird sie angewandt?

Die IPT ist ein exaktes Verfahren. Dr. Donato Perez Garcia, der Enkelsohn des Erfinders (siehe "Geschichte der IPT"), standardisierte es zu einer genauen Prozedur, so wie sie am einfachsten und am effektivsten gelehrt und angewandt werden kann.

Am Ende dieses Kapitels finden Sie eine Aussage darüber, in welchen Fällen IPT besonders geeignet ist.

Wenn wir uns die Wirkungsweise, die Vorteile und Nachteile dieser Behandlungsart genauer ansehen wollen, müssen wir als ersten Schritt die Wirkungsweise des Insulin genauer betrachten, bevor man das Verfahren verstehen kann:

Insulin

Wie Nährstoffe in die Zellen gelangenInsulin wird normalerweise in der Bauchspeicheldrüse produziert. Wenn wir etwas essen, so kommen Nährstoffe in das Blut und die Körperflüssigkeiten. Die Leber ändert noch das eine oder andere an diesen aufgenommen Substanzen, sodass schließlich die Nährstoffe in regulärer Form im Blut zur Verfügung stehen, um die Zellen des Organismus zu versorgen.

Insulin bereitet den Nährstoffen einen Weg ins Innere der ZellenAber wie gelangen die Nährstoffe aus dem Blut in die Zelle hinein? Dies geschieht mit Hilfe des Insulin. Insulin wird aus der Bauchspeicheldrüse freigesetzt, sobald Nährstoffe im Blut auftauchen, und es setzt sich sodann an die Außenhaut (Membranen) der Zellen, die es zu ernähren gilt.

Es stellt auf diese Weise eine Brücke her, über die der Transport der Nahrungsmittel in die Zelle hinein stattfinden kann. Insulin ermöglicht somit den Transport der Nährstoffe aus dem Blut in die Zelle hinein. Insulin taucht im Blut auf, sobald etwas gegessen wird. Es sitzt dann als "Brücke" für die Nährstoffversorgung an den Zellen, sodass die Nährstoffe in die Zellen hineingelangen können:

IPT - Insulin bei der Krebsbehandlung

Krebszellen stammen von normalen Körperzellen ab. Aber sie haben ihre ursprünglichen Aufgaben fallen gelassen und machen jetzt nur mehr zwei Dinge:

  1. sich vermehren
  2. fressen.

Bei der Behandlung der Krebsgeschwulst geht es nun darum, zwar die Krebszellen zu schädigen, aber die köpereigenen Zellen möglichst zu verschonen. Am besten geht man so an die Sache heran, dass man sich die besonderen Eigenschaften der Krebszelle vergegenwärtigt und diese Besonderheiten dann ausnützt. Diese Eigenschaften sind wie gesagt:

"sich möglichst rasch vermehren" und "ungezügelt fressen".

Beides kann ausgenützt werden. Chemotherapeutische Substanzen tun das Erstere: Sie schädigen und töten speziell diejenigen Zellen, die in Vermehrung begriffen sind, nämlich während sie sich in der Phase der Teilung befinden. Krebszellen sind sehr häufig in Teilung begriffen, denn das ist ja eine ihrer Hauptaktivitäten. Sie sind in dieser Teilungs-Phase sehr empfindlich.

So kann man also den ersten Punkt ausnützen, nämlich indem man Gifte von der Art verwendet, die eine Zelle in ihrer Teilungsphase attackieren. Dies wird weltweit gemacht, indem man chemotherapeutische Medikamente verabreicht.

Das Problem, welches dadurch entsteht, ist allseits bekannt: Man muss diese Substanzen in einer solch hohen Dosis verabreichen, sodass sie leider erhebliche Nebenwirkungen verursachen.

Dies hat eine weitere Konsequenz, nämlich zunächst, dass man bei der normalen Chemotherapie 3 bis 4 Wochen Pause machen muss. Der Krebs teilt sich zwar meist in einem Abstand von etwa einer Woche - würde man aber wöchentlich behandeln, könnte das eine Patientin nicht aushalten. Erst dann kann die nächste Portion verabreicht werden, was aber wiederum wegen der hohen Dosis neuerlich erhebliche Schäden etwa im Immunsystem, im Knochenmark (Blutbild1), im Darm und im Allgemeinbefinden des Organismus verursacht. So kommt es zu einem Bergabgehen des Organismus, der nicht selten leider den Nutzen der Chemotherapie überwiegt. - Gibt es dafür eine bessere Lösung? Man muss sich also bei der normalen Chemotherapie leider nach den Nebenwirkungen richten (man muss die großen Pausen einhalten), so dass der eigentliche Sinn der Krebsbehandlung hintanstehen muss!
1Das Knochenmark ist der Ort, wo die Zellen des Blutes (rote und weiße Blutkörperchen) ausgebildet werden.

Erwähnen wir es gleich: Diese Pausen müssen wir bei der IPT nicht machen: Man kann wegen der fehlenden Nebenwirkungen zu jenem Zeitpunkt weiterbehandeln, der für die Vernichtung des Krebses ideal ist (nämlich circa einmal pro Woche). Sehen wir uns jetzt jenen zweiten obigen Punkt genauer an. Kann auch dieser zweite Punkt ausgenützt werden - nämlich dass Krebszellen ungezügelte Fresser sind?

Wir wissen also, dass die Krebszellen gefräßig sind. Sie fressen dem Organismus zunächst die leichten Nährstoffe weg (Zucker), und wenn das getan ist, fressen sie ihm die Fett-Depots auf (die Krebspatienten nehmen bekanntlich mit der Zeit ab, werden dünner, kraftloser und eingefallener - während der Krebs wächst), und schließlich wird sogar die Muskelmasse weniger, weil die Krebszellen auch dies zu ihrer Nahrung verwerten.

Krebszellen besitzen viel mehr Insulinrezeptoren als gesunde ZellenWieso können sie das überhaupt tun?? Krebszellen können deswegen "vorrangig" fressen (also vor den übrigen Körper-Zellen), weil sie wesentlich mehr "Insulinrezeptoren" an ihrer Oberfläche ausgebildet haben! Dies sind sozusagen die "Andockstellen" oder "Annahmestellen" für Insulin. Sie haben (dies wurde bei Krebszellen gemessen) fünf bis sechsmal so viele Insulin-Andock-Stellen wie die normale Zelle des Körpers. Dies ermöglicht es ihnen sozusagen, sechsmal gefräßiger zu sein und auf diese Weise "vorrangig" Nahrung zu bekommen. An der Krebszelle sitzen wesentlich mehr Insulinrezeptoren. Nährstoffe werden daher hauptsächlich dort aufgenommen, wo das meiste Insulin anhaftet, nämlich an der Krebszelle.

Wie lässt es sich nun in der Therapie verwerten, dass Krebszellen deutlich mehr Insulin-Rezeptoren haben? Man kann davon ausgehen, dass sich das Folgende abspielt:

Das Verfahren

Nachdem mit der Patientin vereinbart wurde, am Vormittag nüchtern zur Behandlung zu kommen, ist davon auszugehen, dass sich keine Nahrungsstoffe im Blut befinden, jedenfalls ist beim nüchternen Patienten kein nennenswerter Nachschub vorhanden. Die Zellen beginnen bereits, Hunger zu bekommen.

In dieser Ausgangslage spritzt man eine vorberechnete Menge an Insulin und wartet, bis es sich verteilt und seine Wirkung voll auszuüben begonnen hat. Es setzt sich wie beschrieben an die Zellen und zwar überwiegender Anzahl an die Krebszellen. Diese sperren ihr Maul sozusagen um sechs- bis zu zwanzigmal weiter auf als die normalen Zellen. Während die normalen Zellen hungrig sind, sind die Krebszellen quasi SEHR HUNGRIG.

Jetzt ist es der Zeitpunkt, an welchem man die chemotherapeutischen Medikamente verabreicht. Die Krebszellen bekommen fünf bis zu 20 Mal so viel davon ab und wehren sich bildlich gesprochen nicht, denn sie waren so hungrig, dass sie sozusagen erst merken, dass sie etwas geschluckt haben, das sie nicht sollten, als es zu spät war.

Da die Krebszellen auf diese Weise übertölpelt und zuvor geöffnet wurden, benötigt man wesentlich weniger von den chemotherapeutischen Substanzen, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen.

Natürlich wirkt die IPT auch nur dann, wenn die chemotherapeutischen Substanzen bei dem vorliegenden Krebs ansprechen.

Die Nebenwirkungen der chemotherapeutischen Substanzen sind von der Dosis abhängig. Daher gibt es bei diesem Verfahren wegen der geringen Dosis auch keine oder fast keine Nebenwirkungen zu bemerken.
Bei der normalen, relativ hoch dosierten Chemotherapie (ohne Insulin) müssen sehr viel von den giftigen Substanzen verwenden werden, damit man die gewünschte Wirkung erzielt. Dies führt zu den befürchteten Nebenwirkungen, wie Haarausfall, Erbrechen, Einbruch des Immunsystems und des Blutbildes, etc.

  1. IPT hat nun den Vorteil der geringen Dosierung und (fast) keinen Nebenwirkungen.
  2. Daraus ergibt sich der zweite Vorteil, nämlich dass man in einer rascheren Abfolge behandeln kann (man braucht nicht abzuwarten, bis sich der angeschlagene Körper erholt hat), - nämlich:
  3. So richtet man sich nach den Eigenschaften der Krebszellen: Üblicherweise benötigt eine Kolonie Krebszellen etwa eine Woche, um sich zu regenerieren und wieder in die empfindliche Teilungsphase zu geraten. Daher ist es von großem Vorteil, jene "Schlagzahl" bei der Therapie wählen und einhalten zu können, welche der Krebszelle am meisten Schaden zufügt, also etwa ein- bis zweimal in der Woche. Mit dieser raschen Abfolge kann man nach der Erfahrung der IPT-Therapeuten die Krebszellen (speziell im Falle von Brustkrebs) oftmals bis zur Vernichtung "zu Ende verfolgen". Während man sich bei der heute üblichen Verabreichungsform von chemotherapeutischen Substanzen also meist nach den Nebenwirkungen richten muss (nämlich warten, bis diese abgeklungen sind), kann man sich bei der IPT danach richten, was zur Ausmerzung der Krebszellen am günstigsten ist. (Eine Ausmerzung des vorhandenen Krebses kann vor allem bei kleiner Tumormasse erzielt werden.)
  4. Mehr noch: Da Krebszellen also etwa 5 Mal so viele Insulin- oder Insulin-ähnliche Rezeptoren ausgebildet haben, treffen wir mit der IPT offenbar genau mitten in den Mechanismus hinein, den sich Krebszellen zu ihrem optimalen Überleben selbst ausgetüftelt haben: Sie produzieren nämlich ihr eigenes Insulin und ihren "insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor", sodass wir diese Zellen mittels des Insulin ganz gemein übertölpeln können, indem wir ihnen vortäuschen: "Hallo, hier kommt Eure Lieblingsspeise...!". Die Zellen dürsten schon nach der nächsten Insulingabe und verfallen so in den Rhythmus, den die Therapie ihr vorgibt: Die Zellen neigen nun dazu, nicht jede für sich (zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt) in die empfindliche Phase zu verfallen, sondern zur gleichen Zeit - nämlich dann, wenn die nächste Behandlung geplant ist.

Nachdem man die chemotherapeutischen Substanzen verabreicht hat, wartet man noch ein wenig, gibt dem Patienten etwas Süßes zum trinken und spritzt dann langsam Glucose nach.

Mit dem Insulin hat man nämlich den Blutzuckerspiegel abgesenkt, und diesen Zustand muss man wieder aufheben. Dabei benützt man noch zusätzlich zum bisher Geschilderten einen weiteren Mechanismus: Der nun verabreichte Zucker nimmt die restliche, noch "umher schwimmende" Chemotherapie mit in die hungrige Krebszelle hinein. Sobald der Blutzuckerspiegel wieder hergestellt ist, ist die Therapie-Sitzung beendet.

Der Patient / die Patientin kann nun essen, sollte an diesem Tag nichts Außergewöhnliches tun, am besten eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen und etwas ruhen.

Man wird im Normalfall keine Nebenwirkungen spüren. Sollte das dennoch der Fall sein, so kann man es dabei belassen, wenn sie nur minimal sind, oder die Dosis etwas reduzieren, oder man kann ein anderes Medikament verwenden. Möglicherweise ist es für diesen Fall nicht gut verträglich, denn in dieser niedrigen Dosierung sollten höchstens nur sehr milde Nebenwirkungen in Erscheinung treten.

Die meisten Patienten fühlen sich nach so einer Behandlung besser als zuvor. Das mutet seltsam an - haben sie doch eben "Chemotherapie" bekommen. Aber dennoch ist es so. Dieses Phänomen beruht wahrscheinlich darauf, dass man durch das Insulin und das Zuwarten eine Gegenregulation provoziert, sodass schließlich Adrenalin aus der Nebenniere ausgeschüttet wird. Das Adrenalin ist ein sehr heilendes, potentes Hormon, welches auch im Falle von größerer körperlicher Anforderung (z.B. Kampfsituation) in den Organismus freigesetzt wird und dort eine sehr krankheitsfeindliche, kräftigende und aufbauende Wirkung entfaltet.

Die obige Beschreibung möge man bitte nicht wörtlich verstehen, sondern so wie sie gemeint ist, nämlich als theoretische Erklärung und bildliche Schilderung für Laien. Sie beinhaltet kein Heilversprechen. Bezüglich dieser theoretischen Hintergrundinformation sei bitte auf die Seite "Studien" verwiesen.

Es ist weiters zu betonen, dass die IPT allein aus der Erfahrungsheilkunde entspringt und dass alle diese Ausführungen keine wissenschaftlichen Äußerungen sind - auch wenn sie auf den wissenschaftlichen Untersuchungen (siehe "Studien") beruhen. Die wissenschaftlichen Begründungen sind gefunden worden, um die Mechanismen zu erklären, welche auf langjähriger Erfahrung von IPT-Ärzten beruhen.

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