Das heutige "schulmedizinische" Verfahren

Es gibt eine ziemlich festgelegte Art, wie Brustkrebs heute behandelt wird.

Der Ablauf ist nahezu immer wie folgt:

  • Vermutungsdiagnose durch Tasten, Mammographie, Ultraschall, etc.
  • Verlässliche Diagnose mittels Probeentnahme (hineinstechen und im Mikroskop untersuchen).
  • Operation (wenn irgendwie möglich) "brusterhaltend"
  • Nachbestrahlung des betroffenen Gebietes, um den möglichen Rest zu vernichten.
  • Chemotherapie, wenn man weiterhin der Ansicht ist, dass man nicht alles erwischt hat oder dass der Krebs bereits in andere Körperregionen gestreut hat.
  • Hormonblocker, um Krebswachstum von eventuell zurückgebliebenen Krebszellen für die nächsten Jahre zu behindern.

Falls der anfängliche Brustkrebs etwas größer ist, fügt man vor der Operation gern noch eine Serie von 4 Chemotherapien ein, um ihn zu verkleinern und besser operierbar zu machen.

Früher hatte man keineswegs so viele Behandlungsschritte angewandt, sondern es ganz anders gemacht. Man hatte die Maxime der Krebs-Medizin benützt, um Krebs weiträumig im Gesunden heraus zu operieren. Damit war das Problem in der Regel beseitigt.

Die Maxime lautet, dass Krebs "weit im Gesunden" operiert werden muss, damit der auch wirklich durch eine Operation zur Gänze entfernt werden kann. Überall in der Medizin, wo das möglich ist, wird das so gemacht. Zum Beispiel wird ein Krebs im Darm so operiert, dass 30 Zentimeter links und 30 Zentimeter rechts abgeschnitten wird, um möglichst sicher zu gehen.

Dies ist jetzt jedoch gänzlich anders.

Speziell das "brusterhaltende" Operieren bedeutet, dass man sehr knapp operiert und somit bereits weiß, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tumor danach nicht vollständig entfernt haben wird und dann nachbehandeln muss: Mit einer Bestrahlung will man an der Brust einen Restkrebs vernichten, mit einer Chemotherapie will man anderswo versprengte Zellen oder bereits vorhandene Metastasen vernichten. Während die Bestrahlung meist erfolgreich ist, halte ich die normale Chemotherapie für wenig geeignet, das Werk erfolgreich zu verrichten (dies wird im Kapitel über die IPT noch genauer ausgeführt).

Vom Blickpunkt der Patientin ist es bedeutsam, dass diese ausgedehnte Vorgangsweise für die betroffene Frau eine ständige Behandlung und ständiges Kranksein bedeutet. Früher hat man die Brust entfernt, und die Angelegenheit war zumeist erledigt. Das klingt grob, war aber kurz, effektiv und lebensrettend. Nicht nur, dass es heute viele Verfahren sind, die eine Patientin durchlaufen muss, auch nimmt sie dann über Jahre die angesprochenen Hormonblocker, welche ihr oft erhebliche Beschwerden und Folgeschäden im Hormonsystem verursachen. Ich denke nicht, dass sich das jemand überlegt hat, dessen Lebensinhalt Behandlung ist (Arzt, Industrie). Für die Patientin ist bei dieser Vorgangsweise der Fall nicht wie mit einer raschen und effektiven Behandlung erledigt, so dass sie sich als gesund betrachten und die Gelegenheit abhaken könnte.

Leider kommt noch hinzu, dass viel zu oft Krebs nämlich nach wächst, was mit einer genügend weitreichenden Operation am Anfang sehr wahrscheinlich verhindert hätte werden können. Während man früher mit einer weitreichenden Operation (die der Frau keineswegs gefallen hat) die Brust entfernt hat, geht man heute wesentlich mehr Risiko ein, indem man "brusterhaltend" operiert und in Kauf nimmt, restliches Krebsgewebe drinnen zu belassen.

Das hauptsächliche Problem dieses Therapiekonzeptes ist es, dass sich viele Frauen nach der (knappen) Operation plötzlich weigern, sich bestrahlen zu lassen, oder sich weigern, Chemotherapie zu machen, oder sie brechen diese wegen hoher Nebenwirkungen ab, oder oftmals sind ihr die Beschwerden zu groß, welche ihnen die Hormonblocker verursachen und sie lassen diese weg. Dann stehen sie mit einem halb durchgeführten Therapiekonzept da, nämlich einer unvollkommenen Operation und keinen oder unzureichenden Folgemaßnahmen. Dadurch ist die Gefahr erhöht, und es geschieht quasi routinemäßig, dass das Rezidiv (Nachwachsen des Krebses) viel früher eintritt als wenn sie die empfohlenen Maßnahmen in vorgesehener Weise durchgezogen hätten - nämlich mitunter schon innerhalb des ersten Jahres.
Dieser Übelstand lässt sich auf Kommunikationsmangel zurückführen, nämlich darauf, dass man sozusagen automatisch ein bestimmtes Vorgehen "wissenschaftlich befiehlt", anstatt es mit der Patientin vorher gut zu besprechen, sie zu fragen, was sie möchte, und von Anfang an ihr wirkliches Einverständnis für das gesamte Therapie-Konzept zu bekommen. Wenn man sie also zuerst operiert, ohne sie aufzuklären, dass diese Art von Operation riskant und möglicherweise unvollständig sein wird und man daher Bestrahlung und Chemotherapie machen wird müssen - und weil dieses Vorgehen dann auch noch nicht sicher ist, muss sie danach noch Hormonblocker nehmen, um einen möglicherweise noch vorhandenen Krebs ein paar Jahre am Wachsen zu behindern -, wenn man ihr also vorher nicht sagt, dass der Rattenschwanz zu einer knappen Operation dazugehört, und dass die Hormonblocker nur lebensverlängernd sind und man sie ihr nur geben wird, weil man das obige Risiko eingegangen ist, dann passiert es eben, dass die Patientin das Behandlungskonzept nicht zur Gänze durchführt, nämlich weil sie es von vornherein so nie wollte und weil sie sich am Anfang nicht genügend ausgekannt hatte!
Speziell muss man bedenken, dass viele Frauen kurz nach der Diagnose nicht voll aufnahmefähig sind, sondern folgerichtig denken: "Das muss heraus". Vielleicht überhören Sie komplizierte Erklärungen über komplizierte Abläufe, die sie im Augenblick nicht nachvollziehen können. So stimmen sie rasch mit einer Operation in dem Glauben überein, dass man alles entfernen wird und das Problem danach beseitigt sein wird. Aber das ist nicht so. Sie ist nicht in der Lage, das alles genau zu hinterfragen.
Wenn sie diesen Weg weitergeht, kommt sie nach der Operation vor ein Ärztekonzil, wo fast immer beschlossen wird, dass sie Chemotherapie bekommen soll und danach die Bestrahlung der Brust. Sobald dies abgeschlossen ist, werden ihr Hormonblocker verschrieben, die dazu da sind, eventuell noch übrig gebliebene Zellen möglichst lange am Wachstum zu hindern, was normalerweise 2 bis 5 Jahre lang gelingt. Allein daraus kann man erkennen, für wie unsicher selbst diese Fachleute ihr eigenes Konzept halten.

Auch nach meiner Meinung ist dieses Gesamtkonzept nicht gut für die Frau und vielleicht von anderen Interessensgruppen motiviert.

Viele Patientinnen sind gefühlsmäßig ebenfalls dieser Meinung, haben aber keine Alternative; oder sie brechen dann mittendrin ab, weil sie entdecken, dass dies nicht ihr Weg ist. Es wäre entschieden besser, die Problemstellen dieses Konzeptes von vornherein zu kennen und zu besprechen, so dass sich eine Patientin rechtzeitig für eine bessere Lösung entscheiden kann. Speziell hat sie die Möglichkeit, gleich eine weitreichendere Operation zu verlangen oder einen gänzlich anderen Weg einzuschlagen:

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